Die Stadtschulpflegschaft Ahlen äußert sich in einer aktuellen Mitteilung zur Erhöhung der Elternbeiträge und zur Debatte um die Wiedereinführung der Hundesteuer. Dabei wird deutlich: Viele Eltern fühlen sich in einer familienfreundlichen Stadt nicht mehr ausreichend berücksichtigt. Die folgende Pressemitteilung schildert die Sicht der Elternvertretung – mit einem klaren Appell an den Stadtrat.
Familienfreundlichkeit in Ahlen: Eine Frage der Prioritäten
Die Wiedereinführung der Hundesteuer in Ahlen hat für Diskussionen gesorgt. "Endlich", möchte man fast sagen und gleichzeitig „Danke Herr Artmann“. Doch der Zeitpunkt der Entscheidung wirft Fragen auf. Wäre die Entscheidung nicht erst im Rat, sondern bereits im Hauptausschuss gefallen, hätten einige Träger möglicherweise von einem besseren Ergebnis profitieren können. Nun müssen einige auf Teile ihrer Kostenanträge oder sogar ganz verzichten.
Es ist bedauerlich, dass die Einführung der Hundesteuer nicht von Anfang an auf der Tagesordnung stand. Wäre dies von Anfang an geschehen, hätten die Einnahmen aus der Hundesteuer die Erhöhung der Elternbeiträge abfedern können. Stattdessen wurde die Erhöhung um 4 % als familienfreundliche Maßnahme verkauft - eine Interpretation, die viele Eltern nicht teilen dürften. In einer Stadt, die sich als kinder- und familienfreundlich positionieren möchte, wäre ein Verzicht auf die Erhöhung ein echtes Zeichen gewesen.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Elternbeitragssatzung in Ahlen nahezu einmalig in Nordrhein-Westfalen ist. Die Dynamisierung der Elternbeiträge in direkter Abhängigkeit von den Kindpauschalen ist eine Besonderheit, die in der aktuellen Diskussion nicht außer Acht gelassen werden sollte. In diesem Kontext ist es wichtig, die Stimmen aus der Politik zu würdigen: Herr Artmann sprach von einem "Irrweg", in Ahlen eine weitere Belastung der Leistungsträger zu beschließen, auch Frau Maury-Thülig brachte in ihrer Haushaltsrede eindrucksvolle Argumente gegen die Erhöhung.
Die zentrale Frage bleibt: Welche Prioritäten setzt die Stadt Ahlen? Familienbildung, Kinderwunsch, Bildungschancen und adäquate Betreuung scheinen nicht im Fokus zu stehen.
Wir appellieren an den Stadtrat, jetzt schnell zu handeln und den Unterausschuss des Jugendhilfeausschusses zu reaktivieren. Es ist an der Zeit, die Elternbeitragssatzung zu überarbeiten. Insbesondere sollte die Dynamisierung der Beiträge abgeschafft und die Beitragstabelle sozial gerechter gestaltet werden. Ohne diese Reformen wird Ahlen im nächsten Jahr wieder vor der gleichen Diskussion stehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt diesmal rechtzeitig die richtigen Weichen stellt.
Stadtschulpflegschaft Ahlen